Arbeitszeitstudie 2015/2016 an Niedersächsischen Schulen

Arbeitszeiten und Arbeitsverteilung von Lehrerinnen und Lehrern in Niedersachen

Auf dieser Seite finden Sie Informationen und Materialien zur landesweiten Studie zur Arbeitszeitenerfassung bei Lehrerinnen und Lehrern in Niedersachsen. Erhebungszeitraum war vom 13. April 2015 bis zum 3. April 2016 unter Einbezug verschiedener Schulformen, Bezirke und Regionen. In Auftrag gegeben wurde die Arbeitszeitstudie von der GEW Niedersachsen. Die technische Betreuung hatte das Umfragezentrum Bonn (uzbonn). Studiendesign, Betreuung und Auswertung lag in der Verantwortung der Kooperationsstelle der Universität Göttingen.

Dateien der Pressekonferenz vom 01.08.2016 zum Download (den Download-Link finden Sie unter der Vorschau):

Berichterstattung bezüglich der landesweiten Arbeitszeitstudie:

Kultusministerin Frauke Heiligenstadt zur GEW-Arbeitszeitstudie
vom 01. August 2016
Pressemitteilung der SPD Landtagsfraktion Niedersachsen
vom 01. August 2016
Pressemitteilung der CDU Fraktion im Niedersächsischen Landtag
vom 01. August 2016
Pressemitteilung der niedersächsischen Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen
vom 01. August 2016
Artikel auf Welt.de
vom 01. August 2016
Artikel auf Focus.de
vom 01. August 2016
Artikel auf NDR.de
vom 01. August 2016
Artikel auf BILD.de
vom 01. August 2016
Artikel des Hamburger Abendblatts
vom 01. August 2016
Artikel auf NeuePresse.de
vom 01. August 2016
Artikel der Neuen Osnabrücker Zeitung
vom 01. August 2016
Artikel auf Wetter.de
vom 01. August 2016
TV-Bericht "Niedersachsen 18:00 Uhr" des NDR
vom 01. August 2016
TV-Bericht "Niedersachsen 19:30 Uhr" des NDR
vom 01. August 2016
TV-Bericht von SAT.1 Regional
vom 01. August 2016
Zeitungsartikel der Braunschweiger Zeitung
vom 02. August 2016, Ausgabe Nr. 179, 71. Jahrgang
Zeitungsartikel der Neuen Presse
vom 02. August 2016, Ausgabe Nr. 179, 31. Woche
Zeitungsartikel der Mündener Allgemeinen Zeitung
vom 02. August 2016, Ausgabe Nr. 178
Zeitungsartikel der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung
vom 02. August 2016, Ausgabe Nr. 179, 31. Woche
Zeitungsartikel der Nordwest Zeitung
vom 02. August 2016
Zeitungsartikel der Neuen Osnabrücker Zeitung
vom 02. August 2016


Niedersächsische Arbeitszeitstudie – Lehrkräfte an öffentlichen Schulen 2015/2016

Die Landesregierung Niedersachsens argumentierte bei Erhöhung der Unterrichtsverpflichtung von 23,5 auf 24,5 Regelstunden zum Schuljahr 2014/15, dass es sich dabei lediglich um eine "Verschiebung der Arbeitszeit innerhalb einzelner Bereiche von Lehrertätigkeiten" handele, nicht aber um Mehrarbeit, da ja die nicht festgelegten variablen Teile der Arbeitszeit "individuell reduziert" werden könnten. Die GEW und der Philologenverband sahen darin eine Arbeitszeiterhöhung, da die vertraglichen Regelstunden bzw. die Unterrichtsverpflichtung am Ende die tatsächliche Arbeitszeit bestimmen.

Das OVG Lüneburg gab am 9. Juni 2015 einer Normenkontrollklage statt und erklärte die Erhöhung für rechtswidrig. Die Landesregierung habe es versäumt, "im Rahmen einer auch empirischen Studie die tatsächliche Belastung der niedersächsischen Lehrkräfte an Gymnasien zu ermitteln" (PM des OVG Lüneburg vom 9.6.15) und daher willkürlich gehandelt.

Eine solche empirische Arbeitszeiterhebung hatte die Kooperationsstelle Hochschulen und Gewerkschaften der Georg-August-Universität Göttingen zusammen mit dem Umfragezentrum Bonn (uzbonn GmbH) der Universität Bonn vor in Kraft treten der Erhöhung bereits Anfang 2014 in einer Pilotstudie an einem Hannoveraner Gymnasium durchgeführt.

Um die Datenbasis repräsentativ zu verbreitern, wurde mit demselben Konsortium und wieder im Auftrag der GEW Niedersachsen eine niedersachsenweite Folgestudie an allen Schulformen durchgeführt. An ihr beteiligen sich an 255 Schulen 2.869 Lehrerinnen und Lehrer, die ihre Arbeitszeiten ein Jahr lang minutengenau in einem speziell entwickelten Zeiterfassungstool für schulische Lehrtätigkeiten erfassten. Erhebungszeitraum war der 13. April 2015 – 03. April 2016 inkl. aller Arbeits-und Ferienphasen.

Ziel der "Niedersächsischen Arbeitszeitstudie" war es, die tatsächlich geleistete Arbeitszeit der Lehrkräfte schulformspezifisch zu erfassen, nach Tätigkeiten zu systematisieren und mit einer kalkulierten Erwartungsgröße abzugleichen. Konkret wird das analog zur Beamtenarbeitszeit (40 Wo-Std.) erwartbare (individuelle) Arbeitspensum als SOLL-Arbeitszeit so zum Benchmark der empirisch ermittelten tatsächlichen Werte (IST-Arbeitszeit).

Auf diese Weise wurde erstmalig im großen Umfang die Arbeitszeit von Lehrkräften in Niedersachsen systematisch erfasst, statt wie zuvor auf Schätzverfahren zurückgreifen zu müssen. Die Arbeitszeit wurde nach ihrem tatsächlichen Umfang, ihrer Lage, der Zeit- und Tätigkeitsstruktur sowie nach Schulformen erfasst.

Eckpunkte des Studiendesigns sind:

  • Der Untersuchungszeitraum erstreckt sich auf ein komplettes pädagogisches Jahr, es wurden alle relevanten Arbeitsphasen, die Einfluss auf die Arbeitszeit von Lehrerinnen und Lehrern haben, berücksichtigt.
  • Untersuchungsgegenstand waren alle nds. Schulformen in öffentlicher Trägerschaft. In den drei Schulformen Grundschule, Gesamtschule und Gymnasium liegen repräsentative Stichprobenergebnisse vor und können auf die niedersächsische Grundgesamtheit übertragen werden. Bei den Schulformen Haupt-, Real-, Oberschulen, Förderschulen und Berufsbildende Schulen war die Beteiligung nicht ausreichend, um repräsentativ zu werden. Hier liegen nun Pilotergebnisse vor.
  • Grundlage ist ein normenkonformes und praxistaugliches Verfahren zur Erfassung und Systematisierung von Lehrerarbeitszeiten, das im Rahmen der Studie erstmalig landesweit umgesetzt wurde.

Die differenzierte Auswertung von sechs Schulformen wurde um schulformübergreifende Auswertungen nach Tätigkeiten, Alter, Beschäftigungsumfang (Teilzeit/Vollzeit), Geschlecht, Region (Bezirke) und Einzugsgebiet der Schülerschaft (Stadt/Land) ergänzt, bei denen auch arbeitswissenschaftliche Gesundheitsfragen (Überlange Arbeitszeiten, Mehrarbeit, Arbeit trotz Krankheit sowie Erholungsmöglichkeiten und Entgrenzungstendenzen) untersucht wurden.

Auf individueller Basis wurden darüber hinaus die Voraussetzungen für eine rationale Arbeitsorganisation geschaffen: alle teilnehmenden Lehrkräfte können ihre individuellen Arbeitszeiten eingehend selbst analysieren.


Dateien und Informationen aus dem Vorfeld der Studie

Dateien aus dem Vorfeld des Projektes zum Download (den Download-Link finden Sie unter der Vorschau):

Zeiterfassungsprojekt Projektdesign
Projektdesign der landesweiten Zeiterfassungsstudie



Zeiterfassungsprojekt Projektbausteine
Übersicht der Projektbausteine der landesweiten Zeiterfassungsstudie



Berichterstattung im Vorfeld oder während der landesweiten Arbeitszeitstudie:

Artikel der Neuen Osnabrücker Zeitung
vom 17. Oktober 2014
Informationen zur Studie der GEW Niedersachsen
vom 19. Oktober 2014
Artikel des Rundblicks Niedersachsen
vom 17. Februar 2015
Pressemitteilung zum Studienstart der GEW Niedersachen
vom 10. April 2015
Artikel des Göttinger Tageblatts
vom 10. April 2015
Artikel des Hildesheimer Allgemeinen Zeitung
vom 13. April 2015
Artikel auf haz.de
vom 22. Februar 2016